Geschichte

Die ersten Anfänge der humanitären Arbeit in der St. Bernhard-Pfarre für die Menschen in Südamerika gehen auf den Sommer 1974 zurück. Damals berichtete Pater Dieter Wacker von den Hiltruper Missionaren (MSC) während eines Heimaturlaubs über seine Arbeit und das Leben in Peru, wo er ab 1969 arbeitete. Neben seinen priesterlichen Aufgaben engagierte er sich für die sozialen Belange der dortigen ländlichen Bevölkerung; besonders das Schul- und Gesundheitswesen und die unzureichenden Ernährungs- und Wohnverhältnisse waren sehr schlecht und führten zur Landflucht.

Spontan wurde Geld gesammelt und es entstand der Gedanke, die Menschen in Südperu auf Dauer bei der Bewältigung ihrer Probleme zu unterstützen. Messdiener, Jugendliche und die kfd führten Aktionen und Basare durch, deren Erlöse an P. Wacker gingen. 1983 wurde schließlich der „Arbeitskreis Dritte Welt“ gegründet. Zu diesem Zeitpunkt lief bereits das erste große Projekt: der Bau eines Staudamms im Pachaya-Fluss oberhalb der Kleinstadt Puquio auf ca. 3500 m Höhe, um die Äcker ganzjährig bewässern zu können. Hierbei zeigte sich aber auch die Schwäche des Systems, da eine solch große Maßnahme kaum ohne die Unterstützung des Staates oder institutioneller Organisationen durchgeführt werden kann.

Nach längerer Überlegung und Abwägung der Möglichkeiten wurde dann im Januar 1992 der „Verein zur Förderung von Selbsthilfegruppen in Südamerika e. V.“ gegründet. Dieser juristischen Person war es in den Folgejahren möglich, Förderanträge z. B. beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit zu stellen. Mit dessen Unterstützung konnten in den Folgejahren Versorgung von 46 Dörfer in den Hochanden mit sauberem Trinkwasser oder der biologische Anbau von Heilkräutern und deren Verarbeitung zu medizinischen Produkten realisiert werden.

Parallel dazu beteiligte sich der Verein ab 1986 bei einem anderen Projekt, dem Aufbau einer Gesundheitsversorgung der armen Bevölkerung auf dem ‚Alti Plano’, einer ca. 4100 hoch gelegenen Ebene bei La Paz, der bolivianischen Hauptstadt. In einer Streusiedlung hatten sich dort aus Armut indigene ehemalige Minenarbeiter und Kleinbauern in einfachsten Hütten angesiedelt, um in der nahen Hauptstadt Arbeit zu finden. Hier wirkte seit Anfang der 1980er Jahre Schwester Katharina Frerich aus dem Orden der ‚Schwestern von Germete, Serviam’ seelsorgerisch, als gelernte Krankenschwester aber auch  bei der Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Im Laufe der nächsten Jahre entstand aus einer kleinen Krankenstation ein modernes Krankenhaus auf hohem Niveau und mit höchster staatlicher Anerkennung. Mit dem Bau eines neuen, modernen Labors 2010/11 konnte diese Maßnahme baulich als vollendet angesehen werden.

Deshalb wurde nach anderen Möglichkeiten gesucht, den Menschen in Südamerika helfen zu können. 2011 wurde daher erstmals der paraguayische gemeinnützige Verein „ko’embota“ bei seiner Arbeit in einem Armenviertel der Hauptstadt Asunción durch die Ausrüstung einer Suppenküche unterstützt und in Peru das Projekt „Apoyémonos – wir helfen einander“ initiiert, indem kranke und/oder behinderte Kindern in der peruanischen Hauptstadt Lima fachärztliche versorgt werden, was in den ländlichen Herkunftsgebieten weder möglich noch für die ärmere Bevölkerung finanziell tragbar ist.

Informationen zu den einzelnen Projekten finden Sie hier.